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Betreuung, Gesundheit und Gleichstellung im Mittelpunkt

Veröffentlicht am 17.10.2026 in Arbeitsgemeinschaften

Bei ihrer zweiten Mahnwache auf dem Wimpinaplatz in Buchen machten die SPD-Frauen Neckar-Odenwald auf Herausforderungen im Familienalltag aufmerksam. Im Gespräch ging es um verlässliche Kinderbetreuung, lange Wartezeiten in der Gesundheitsversorgung und bessere Bedingungen für Familien.

Zum Tag der Deutschen Einheit haben die SPD-Frauen Neckar-Odenwald auf dem Wimpinaplatz vor dem Buchener Rathaus zur Mahnwache eingeladen. Auch die Landtagsabgeordnete Dr. Dorothea Kliche-Behnke war nach Buchen gekommen. Im Mittelpunkt standen diesmal die Kinderbetreuung und die gesundheitliche Versorgung.

Luisa Nothhelfer eröffnete die Veranstaltung. Im Neckar-Odenwald-Kreis lebten rund 20.000 Kinder und Jugendliche zwischen null und 16 Jahren, erinnerte sie. Ihnen müsse eine Versorgung zur Verfügung stehen, die nicht nur auf dem Papier funktioniere.

Besonders schwierig sei die Situation für Familien mit Kindern, die Entwicklungsstörungen oder Behinderungen haben. Saskia Ackermann berichtete von langen Wartezeiten: Im Kinderzentrum Mosbach könne es bis zu einem Jahr dauern, bis Familien einen Termin erhielten. Bei der Ergotherapie vergingen mitunter mehr als sieben Monate. Wertvolle Zeit gehe dadurch verloren.

Ackermann sprach sich dafür aus, Förderangebote stärker direkt in Schulen, Kitas und im Alltag der Kinder zu verankern. Auch Fachkräfte aus der Logopädie, Ergotherapie und Heilpädagogik könnten stärker in Einrichtungen vor Ort eingesetzt werden. „Kinder brauchen die Unterstützung, die sie benötigen, dort, wo sie ihren Alltag verbringen", sagte sie.

Verlässliche Betreuung und gute Arbeitsbedingungen

Lisa Bundschuh kritisierte steigende Elternbeiträge, Personalmangel und eingeschränkte Betreuungszeiten. Ein gesetzlicher Anspruch auf einen Betreuungsplatz müsse auch tatsächlich erfüllt werden können. Die SPD-Frauen fordern unter anderem, die Elternbeiträge auf maximal 200 Euro im Monat zu begrenzen und stärker in Personal sowie bessere Arbeitsbedingungen zu investieren. Bundschuh fasste die Forderung so zusammen: „Wir brauchen mehr Personal, nicht mehr Aufgaben."

Heidi Trunk, Vorsitzende des SPD-Frauenteams im Landkreis, stellte die Gleichberechtigung in den Mittelpunkt. Fehlende oder unpassende Betreuungsangebote erschwerten insbesondere Frauen die Rückkehr in den Beruf. Auch die politische Beteiligung von Eltern kleiner Kinder werde schwieriger, wenn Sitzungen zu familienunfreundlichen Zeiten ausschließlich in Präsenz stattfänden. Die SPD-Frauen plädieren deshalb unter anderem für mehr hybride Sitzungsformate.

Unterschiedliche Bedingungen vor Ort

Zum Tag der Deutschen Einheit richtete Dr. Dorothea Kliche-Behnke den Blick auch auf die ostdeutschen Bundesländer. Die DDR sei politisch kein rechtsstaatliches Vorbild gewesen; bei der Kinderbetreuung habe es jedoch Strukturen gegeben, von denen sich lernen lasse. Flächendeckende Betreuung und Ganztagsangebote hätten Frauen die Berufstätigkeit erleichtert. Baden-Württemberg habe bei Kinderbetreuung und Ganztagsschulen erheblichen Nachholbedarf.

Auch zwischen den Kommunen gebe es Unterschiede bei Kita-Gebühren und Betreuungsqualität. „Die Realität in Baden-Württemberg hängt davon ab, in welcher Stadt oder welchem Ort man wohnt", sagte Kliche-Behnke. Bei der Gesundheitsversorgung brauche es wohnortnahe Angebote. Zugleich müssten angesichts knapper Ressourcen Lösungen gefunden werden, die vor Ort tatsächlich umsetzbar seien. Besonders bei langen Wartezeiten im ambulanten Bereich müsse die Politik genauer hinschauen.

Nach rund einer Stunde Mahnwache und wiederholtem Zwischenapplaus kamen die Teilnehmenden miteinander ins Gespräch. Einig waren sie sich darin, dass zwischen gesetzlichen Ansprüchen und dem tatsächlichen Familienalltag weiterhin eine Lücke besteht.

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