Im Cafe Auszeit in Eberstadt hat sich Patrick Haag den Fragen der Frauen des sozialdemokratischen Frauenstammtisch gestellt. Er forderte auf, die Sorgen und Ängste anzusprechen. Dabei schilderte er auch seine Erfahrungen u. a. aus seiner Tätigkeit als Personalrat, durch den er die Probleme kennt, welche durch die Vereinbarkeit von Familie und Beruf entstehen können.
Auch im Freundeskreis erlebt er das klassische Familienmodell, bei dem die Frau zuhause bei den Kindern bleibt, ihr gesamtes Leben umkrempelt, während der Mann weiter sein bisheriges Leben mit Beruf und Freizeitaktivitäten lebt. Anna Cunningham, die Zweitkandidatin der SPD für den Landtag griff das Thema sofort auf und schilderte die Problematik der fehlenden KITA. Die KITA- Problematik ist gleichzeitig ein großes Problem für unsere Wirtschaft. Denn wenn Familien keine Möglichkeiten haben, ihre Kinder gut außerhalb der Familie versorgen zu können, bleibt ihnen nichts anderes übrig, als die Arbeitszeit zu reduzieren oder gar nicht zu arbeiten. Meist entscheiden Familien sich dann, dass die Frau zuhause bleibt. Ursachen sind vielfältig, oft leider immer noch die Tatsache, dass Frauen weniger Einkommen haben. Unternehmerinnen und gerade Mitarbeitende in der Pflege können im Neckar-Odenwald-Kreis nur mit Hilfe von Familie, Nachbarn und Freunden ihre Kinder versorgen. Kita Plätze sind knapp, und Betreuungszeiten von 6 - 19 Uhr sind so gut wie nicht vorhanden. Kita Plätze für Nachtschichten gibt es nicht. Das wurde im Neckar-Odenwald-Kreis verschlafen. Dorothee Schlegel, Kreisrätin und Bundestagsabgeordnete a. D. sagte dazu: „Hier war man lange Zeit davon überzeugt: „Wir brauchen das nicht, die Frauen sind ja zuhause!“. Die Bürgermeister, meist männlich, sahen dafür keinen Bedarf und haben sich in der Planung für die Gemeinde andere Themen auf die Fahne geschrieben. Für kostenfreie KITA-Versorgung in ganz Baden-Württemberg mit vernünftigen Betreuungszeiten wird sich Patrick Haag stark machen.
Auch die Schulen und damit die Bildung liegen ihm am Herzen, da er als Hausmeister an der Grundschule täglich die Probleme sieht. In den letzten Jahren hat man bei den Schulen Konzepte und Schulempfehlung ein- und ausgeführt. Nicht nur, dass man nicht wusste, wie viele Lehrkräfte im Land eingesetzt sind, man hat auch noch mehrfach die Pläne geändert. Im Moment sind Kinder im Neckar-Odenwald-Kreis, die besondere Förderung brauchen, besonders benachteiligt. Eltern müssen sich auf Schulplätze in Förderschulen bewerben und werden auf Wartelisten genommen. Die Gemeinschaftsschulen werden infolge Lehrer*innenmangel, Überlastung der Pädagogen*innen, mangelnde Ausstattung, fehlende Schulsozialarbeiter*innen etc. ihrem eigentlichen Ziel alle Kinder individuell zu fördern nicht gerecht. Diese Kinder benötigen besondere Betreuung. Die Anträge dafür werden oft abgelehnt. Auch im Kreisrat wurde aus finanziellen Gründen entgegen den Zielen der SPD der Einsatz von Schulsozialarbeit von den anderen Parteien abgelehnt. Der Bildungssektor hat sich bis heute der veränderten Lebensrealtäten nicht angepasst. Da gilt es anzusetzen und dafür steht Patrick Haag. In der Diskussion wurden so viele Missstände angesprochen, dass man die in einem einzigen Zeitungsartikel gar nicht hineinschreiben kann. Sicher ist nur, die Investition in unsere Kinder fehlt. Das ergibt sich auch aus dem Thema der medizinischen Versorgung. Es ist gut, dass der Vorschlag der SPD angenommen wurde, die Bevölkerung über die Situation der Kreiskliniken zu informieren und mögliche Lösungsmodelle aufzuzeigen. Aber damit ist die medizinische Versorgung im Neckar-Odenwald-Kreis lange nicht gesichert. Auch hier hat man die Anpassung des Fortschritts der Medizin an die Gesundheitsversorgung versäumt. Notwendige Veränderungen infolge Finanzierungsproblemen, Fachpersonalmangels etc. müssen mit der Bevölkerung diskutiert werden.
Die medizinische Versorgung für Kinder ist dabei ein sehr spezielles Problem, die Folgen der Pandemie sind hier noch gar nicht angegangen. Psychisch kranke Kinder und Jugendliche warten oft viele Monate auf Hilfe im stationären und ambulanten Bereich. Eltern sind mit Ihren Problemen alleine auf sich gestellt. Wenn Kinder nicht mehr in die Schule gehen, braucht es dringend Hilfe von außen! Kita, Schulen und Medizinische Versorgung für alle, ist die Grundlage für eine florierende Wirtschaft. Dass unsere Wirtschaft heute in der Krise ist, liegt nicht nur an der veränderten Außenpolitik. Es wurde an allem gespart, das unserem Land die Möglichkeit gibt, zu florieren. Und dabei in allen Bereichen Bürokratie aufgebaut. Abschließend berichtete Patrick Haag vom Handwerk. Hier habe er positiv festgestellt, dass bei den Absolventen immer mehr Frauen dabei sind. Dass diese den gleichen Lohn erhalten sollen, wie ihre männlichen Mitbewerber, ist für ihn selbstverständlich. Insgesamt war man sich einig, dass Frauen Gesicht zeigen müssen und sich für Ihre Rechte und damit auch der Rechte der Kinder einsetzen müssen. Die Frauen des Sozialdemokratischen Frauenstammtisch sehen es deshalb als Ihre Aufgabe die Bevölkerung darauf aufmerksam zu machen. Patrick Haag und Anna Cunningham haben dabei Ihre Unterstützung versprochen. Wer sich uns anschließen möchte, kann uns bei unserem nächsten Termin in Mudau in der Fußgängerzone am 20.02.26 von 15-17 Uhr gerne ansprechen. Aktuelle Informationen und Termine können auch unserem Whatsapp-Kanal „Sozialdemokratische Frauen NOK“ oder unserem Instagram-Account „Sozialdemokratischefrauen“ entnommen werden.