Neue Schulen für Buchen

Ortsverein

Pressebericht über Veranstaltung zum Thema "Neue Schulen für Buchen", vom 12. 09. 2014, im Prinz Carl.

Buchen, den 14. September 2014

Zum Thema " Neue Schulen für Buchen", hatte die SPD - Buchen am 12. 09. 14 interessierte Bürger in den Prinz Carl eingeladen, und das Interesse war groß, so dass der kleine Saal bis auf den letzten Platz gefüllt war. Die Gäste kamen fast ausschließlich aus dem Schulbereich, und aus den Fraktionen des Buchener Gemeinderats, die sich Informationen aus erster Hand holen wollten. Dazu bekamen sie Gelegenheit, denn Sitzungsleiter Max Fischer ( Kopfende sitzend), 1. Vorsitzender  des SPD - Ortsvereins, begrüßte um 19°° Uhr neben Georg Nelius (MdL), auch die Kreisvorsitzende der SPD Heide Lochmann, und Walter Scheuermann, Rektor der Karl - Trunzer - Ganztagswerkrealschule, als Referenten. Die Abt- Bessel - Realschule wurde von der Rektorin Frau Monika Schwarz und ihrem Konrektor Magnus Brünner vertreten, so auch sie Jakob - Mayer - Grundschule durch Frau Ilse Czillich vertreten wurde. Max Fischer entschuldigte Bürgermeister Burger, der sich vor der Klausurtagung des Gemeinderates nicht vorgreifend zum Thema äußern wollte.

Georg Nelius gab in seinem kurz gefassten Beitrag einen Überblick über die Struktur der Gemeinschaftsschule, die ein völlig neues pädagogisches Konzept erfordert, weil es eine Ganztagsschule ist, in der die Kinder von der Grundschule an, bis in die weiterführenden Schulen in Lerngruppen(bis 28 Kinder) zusammenbleiben. Es erfolgt keine Trennung nach der 4. Klasse, was die soziale Abstufung zwischen den verschiedensten Schulen aufhebt.

Es gibt somit die alte Form der Schulklassen nicht mehr, sondern es entsteht die neue Form der Lerngruppen, in der die Schülerinnen und Schüler, je nach individuellem Bildungsstand, miteinem Lernbegleiter, oder Lerncoach ihre Aufgaben bewältigen lernen. Die Gemeinschaftsschule bietet an 3 oder 4. Wochentagen einen gebundenen Ganztagesbetrieb (8 Zeitstunden) an, um eine effektive, pädagogische Arbeit gewährleisten zu können.

In Baden Württemberg gibt es schon 125 fertige Gemeinschaftsschulen, und 79 sind in der Planung. Georg Nelius hat vor kurzem eine Umfrage gemacht, um die Stimmung in den Schulen zu ergründen. Dabei habe sich kein negatives Bild ergeben, ganz im Gegenteil. Es werden immer mehr Gemeinschaftsschulen gefordert, wobei weitere 79 Schulen in diesen Tagen gestartete sind. Auch ist die frühere Skepsis gegenüber der Qualität der Schulabschlüsse in eine positive Meinung umgeschlagen, da diese sich auf die gleichen Standards der jeweiligen Schulart beziehen.

Walter Scheuermann, Rektor der Karl- Trunzer - Ganztagswerkreaalschule bekannte sich in seinem Vortrag als glühender Verfechter der Gemeinschaftsschule, wobei er betonte, dass diese Schulform einen weitaus größeren Platzvedarf braucht, um die neue Lernstruktur durchführen zu können. Vor allem sieht er einen größeren Finanzbedarf auf die Schulen zukommen, weil eine intensive Zusammenarbeit auf allen Ebenen stattfinden müsse, um den speziellen Anforderungen gerecht zu werden.Dies müsse auch in Buchen machbar sein, wenn es schon in anderen, bestehenden Gemeinschaftsschulen klappt.

Heide Lochmann ergänzte den Beitrag von W. Scheuermann, indem ie aus ihrer eigenen Erfahrung als ehemalige Rektorin der Realschule Adelsheim berichtet, dass es bei Neueinführungen im Schulwesen immer zuerst Skeptiker gibt, die dann doch später zugaben, dass es eine gute Sache ist. Dass es für ältere Lehrkräfte schwierig ist, sich auf ein neues System einzustellen ist verständlich, aber gerade wir, die Lehrkräfte, vertreten doch die Meinung des "lebenslangen Lernens".

Ralf Gaukel, SPD - Gemeinderat aus Adelsheim, zeigte sich erfreut darüber, dass sich einige Buchener Gemeinderäte direkt über das Thema informieren. Nur durch diese Art der Information wurde auch im Adelsheimer Gemeinderat eine parteiübergreifende Mehrheit zum Thema Gemeinschaftsschule erreicht.

In der anschließenden Diskussion bekannte sich Monika Schwarz ( Rektorin der Abt - Bessel - Realschule) für die bestehende Ausgewogenheit aller Schulen in Buchen, wobei sie sich vor allem über den weiteren Ausbau der bestehenden Schulen aussprach, um die Voraussetzungen für neue Unterrichtsformen zu ermöglichen.

Frau Czillich ( Jakob - Mayer - Grundschule) wäre positiv für eine Ganztagesgrundschule eingestellt, wenn der Platzbedarf dafür geschaffen wird. Sie beklagte den jetzt schon mangelnden Platzbedarf an der bestehenden Grundschule, wo es noch nicht einmal eine Küche gibt, so dass die Kinder zum Mittagessen vom Turn - Heinrich - Platz bis zur Mensa in die Henry - Dunant - Straße  laufen müssen. Außerdem fehlen Räumlichkeiten für ein Musikzimmer, einen Rückzugsraum für Lehrer, so auch fehlen ein Sanitätszimmer, sowie ein Abstellraum für Lehrmaterial und Mobiliar. Schon heute bietet die Jakob - Mayer - Grundschule teilweise einen Ganztagesbetrieb an, der allerdings von den Eltern selbst finanziert werden muss.

Berichterstatter: Klaus Rüdiger Müller